Historisches und Zeitloses

Mein selbstgebautes Spinett

Das Spinett – der Name leitet sich entweder von it. spina = „Dorn“ oder von dem venezianischen Instrumentenbauer Giovanni Spinetti (um 1500) her - ist ein meist dreieckiges bzw. leicht geschwungenes trapezförmiges, drei- bis fünf-oktavisches Tasteninstrument. Es ist der kleinere Bruder des Cembalos. Die seitlich verlaufende Tastatur ist typisch für das Spinett, sowie die schräg verlaufenden Saiten, was eine platzsparende Bauweise ermöglicht. Es ist sozusagen der ökonomisch-raumsparende Vorgänger des Klaviers, das auch der kleinere Bruder des Flügels darstellt, das später im 19. und 20. Jahrhundert zum Haupttasteninstrument avancierte. Ein Spinett ist deshalb deutlich kleiner als ein Cembalo und im Gegensatz zum letzteren ein Haus- und kein Konzertinstrument. Der Klang und das mechanische Grundprinzip sind aber dem des Cembalos sehr ähnlich. Der Klang entsteht dadurch, dass Saiten durch Kiele (dornförmige Plektren) angerissen werden; im Unterschied wiederum zum späteren Klavier-/Flügel-Prinzip, bei dem die Saiten durch Hämmerchen angeschlagen werden. Dadurch klingt der Ton sehr hell und filigran. Unterschiedliche Lautstärken bei unterschiedlichem Tastendruck sind hier nicht möglich. Das Spinett ist mit einem Manual (Tastatur) und meist mit einem Register in der 8′-Lage ausgestattet. Seine Hauptverbreitung fand im 16. bis 18. Jahrhundert besonders in Italien und Deutschland statt. Barocke Literatur lässt sich hiermit hervorragend und authentisch interpretieren. Auch in kleiner Besetzung zuhause oder in Kammerbesetzung im Konzertsaal ist dieses Instrument etwas ganz Besonderes. Auf die Psyche hat das Cembalo oder Spinett eine ähnlich beruhigende Wirkung wie die Harfe oder Konzert-Gitarre, weil die Saiten angezupft werden. Instrumente kann man in jeder Ausführung und Preisklasse beim Musikalienhändler erwerben. Einige wenige Firmen bieten Bausätze zum Selbstbau an – der Aufwand bei guter technischer Ausführung und Spielbarkeit ist für den Heimwerker jedoch erheblich, für den Tüftler und Instrumentenliebhaber aber eine schöne Herausforderung.



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Präludium in D-Dur v. J.S. Bach BWV 925
Spinett-Kl. Präl. D-Dur BWV 925.mp3
MP3-Audiodatei [2.0 MB]